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06.11.2014 - Autor: Ben Mikka Buchner  - Technik



Die Scheibenbremse


LKW-Scheibenbremse

Vor einigen Jahrzehnten hielt eine Technik Einzug, die mittlerweile weitflächig in Nutzfahrzeugen verbaut wird. Von der Rede ist die Scheibenbremse.

Moderne Lkw werden immer angenehmer zu bedienen, in modernen Sattelzügen merkt man, bis auf die Ausmaße des Fahrzeugs, oft gar nicht mehr, dass man mit 40 Tonnen unterwegs ist. Die Fahrzeuge scheinen mühelos zu beschleunigen, die Automatikgetriebe sorgen dafür, dass man Gangwechsel mitunter gar nicht mehr spürt, das Drehmoment der modernen Motoren tut sein Übriges. Doch was beschleunigt wird, möchte auch abgebremst werden. Wo Retarder und Motorbremse nicht nachkommen, muss die Betriebsbremse herhalten.

Obwohl das Patent auf die Scheibenbremse schon 1902 beantragt wurde, dauerte es noch etwa 50 Jahre, bis sie großflächigen Einsatz in der Fahrzeugindustrie fand. Bis in die 50er Jahre hinein galt die Trommelbremse als der Standard in Fahrzeugen aller Art.

Mit steigenden Gewichten nicht nur bei Pkw sondern gerade bei Lkw, kamen die Trommelbremssysteme an ihre Leistungsgrenzen, immer mehr Unfälle entstanden gerade auf steilen Straßen, da Trommelbremsen leicht überhitzen. Ein neues, weniger anfälliges System musste her. Die Scheibenbremse schien die Lösung. Wie der Name schon vermuten lässt, besteht das Bremssystem wie ein Sandwich zum Einem aus einer Bremsscheibe und zum anderen aus einem Bremsklotz auf jeder Seite. Diese beiden Bremsklötze werden durch ihre Bremssättel gegen die Bremsscheibe gedrückt und drücken sie so gesehen zusammen. Die Bremsscheibe, und somit die Radnabe, an der sie angebracht ist, wird dadurch abgebremst und das Fahrzeug kommt zum stehen.

Die Trommelbremse hatte massive Probleme, angestaute Hitze abzugeben. Die Bremsscheibe selbst kann auf Grund ihrer Form relativ viel Hitze nach außen abgeben. Sie hat, weil sie relativ dünn ist, eine große Oberfläche, an der die Luft sie abkühlen kann.

Mit Fahrzeugen von 40 Tonnen, deren Fahrer immer weniger von ihrem Gewicht merken und somit anders mit den Fahrzeugen umgehen, reicht eine rein natürliche Belüftung, oft nicht mehr aus. Spezielle Taktiken müssen angewandt werden, um eine ordentliche Betriebstemperatur zu gewährleisten.

Unter anderem kann die Bremsscheibe mit gebohrten Löchern versehen werden, sie verbessern die Belüftung. Wo eine gelochte Bremsscheibe nicht ausreicht kann eine von innen belüftete Scheibe verwendet werden. Bei diesem Prinzip ist die Bremsscheibe von innen hohl und wird nur durch Streben gestützt. Dadurch wird die Oberfläche der Bremsscheibe nochmals verdoppelt, die Luft kann in der Scheibe zirkulieren und die Kühlung ist gewährleistet.

Äußere Einflüsse können die Wirksamkeit der Bremse beeinflussen, so ist beispielsweise Wasser oder Öl auf den Bremsscheiben ein Problem, das entsteht, wenn lange Zeit nicht gebremst wurde. Einige moderne Pkw legen deswegen für eine kurze Strecke einen minimalen Bremsdruck an, um den eventuellen Wasserfilm kurz aufzubrechen.

Falls man trotzdem merkt, dass bei starker Regengischt die Bremswirkung erst leicht verzögert eintritt, sollte man nicht gleich in Panik ausbrechen, sondern einen stetigen Bremsdruck aufrecht erhalten, nach etwa einer Sekunde sollte sich eine normale Bremswirkung einstellen.

Einige Bremsscheiben sind, um dieses Problem zu vermeiden, eingeschlitzt. Die Schlitze, die nach außen verlaufen, wenn sich das Fahrzeug in Fahrtrichtung bewegt, sollen das Wasser schnell nach außen abtransportieren.

Foto: Wikipedia / Elkawe, CC BY-3.0




Ben Mikka Buchner 

Der Schüler ist seit seinem dritten Lebensjahr als Beifahrer auf den Fahrzeugen der familieneigenen Spedition unterwegs. Entsprechend früh fand er sein Interesse an der Bedienung der Sattelzüge. Besonders interessiert den Technik-Fan die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.


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