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14.01.2015 - Autor: Jochen Dieckmann  - Aus der Branche



Gut, dass Du verfolgt wirst


Plädoyer für Telematik

Seit Jahren erleichtert Telematik Spediteuren die Arbeit. Denn mit Hilfe dieser Technik können Nachrichten und Kundenadressen (z.B. für die Rückladung) unmissverständlich übermittelt werden. Auch die Übertragung von Fahrzeugdaten wie Geschwindigkeit, Spritverbrauch, technische Defekte sowie eventuelle Einbruchs- und Diebstahlsversuche sind damit möglich und der Disponent kann besser planen.

Aber bis heute sind längst nicht alle LKW mit dieser Technik ausgestattet. Einer der Hauptgründe dafür ist die Abneigung, die viele Fahrer dagegen hegen. Sie befürchten zu viel Kontrolle vom Chef und damit Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit. Auch auf unserer Facebookseite wurden diese Bedenken mehrfach vorgetragen.

Das ist zwar verständlich, aber dabei wird vergessen, dass diese Kontrolle auch zum Nutzen der Fahrer sein kann bis hin dazu, dass es ihr Leben schützt. Im letzten Jahr hatten wir leider mehrere Fälle, bei denen LKW-Fahrer tagelang vermisst und über Facebook  gesucht wurden. In einigen tragischen Fällen konnte ihnen nicht mehr geholfen werden. Die Kollegen wurden tot in den Fahrzeugen aufgefunden, da sie zwischenzeitlich einen Schlaganfall oder ein anderes gesundheitliches Problem hatten. Möglicherweise hätte man einige von ihnen mit im LKW eingebauter Telematik schneller finden und ihnen Hilfe zukommen lassen können.

Bei allem Verständnis für den Datenschutz sollte man diesen entscheidenden Vorteil bedenken, vor allem angesichts der Tatsache, dass das Durchschnittsalter von uns Fahrern deutlich über 50 liegt und das Risiko einer gesundheitlichen Komplikation daher umso höher ist.

Mittlerweile besitzen viele Fahrer ein Smartphone mit Ortungsfunktion. Spätestens wenn sie es auch als Navi benutzen, haben sie diese auch eingeschaltet. Man könnte sie zwar auch darüber orten, aber bis man dafür die Dringlichkeit nachweisen kann und die Telefongesellschaft die Daten herausrückt, kann es bereits zu spät sein. Und wenn dem Fahrer im Ausland etwas zustößt, ist diese Hürde kaum zu nehmen. Wenn nun aber Fahrer kein Problem damit haben, über ihr Handy geortet werden zu können, nimmt die Ablehnung der Möglichkeit, ihren LKW zu orten irrationale Züge an.

Ein LKW mit Ladung stellt einen hohen Wert dar. Wäre ich mit einem Geldkoffer und einem Betrag in ähnlicher Höhe unterwegs, dann würde mir die Ortungsmöglichkeit zudem das Gefühl einer höheren persönlichen Sicherheit garantieren.

Außerdem hat die Ortungsfunktion einen weiteren Kollateralnutzen für den Fahrer. Kommt es bei der Fahrt zum Kunden zu einer Verzögerung wegen eines Staus, dann kann der Disponent genau sehen, wo der Fahrer gerade ist, ohne dass er dauernd anrufen muss. Mit dem TC eMap-System der TimoCom hat sogar der Kunde diese Möglichkeit. Wenn der Fahrer nun im Stau steht, ist das nachvollziehbar und niemand kann ihm mehr vorwerfen, warum er zu spät kommt. Auch der Kunde weiß dann ganz genau, wann er mit dem Eintreffen des LKW rechnen kann und ist zufrieden. Ein zufriedener Kunde macht auch dem Fahrer die Arbeit leichter und angenehmer.

Fazit: Im Zeitalter von NSA, Gesundheitschip und unseren Fingerabdrücken in den Ausweispapieren wäre die Ablehnung von der LKW-Ortung ein Bemühen um Datenschutz an falscher Stelle. Der persönliche Nutzen, den auch Fahrer davon haben, sollte den Skeptikern zu denken geben.




Jochen Dieckmann 

Der gelernte Journalist hat viele Jahre als internationaler Fernfahrer gearbeitet und über seine Erfahrungen das Buch „Geschlafen wird am Monatsende“ geschrieben. Heute setzt sich Jochen als Teil der Transportbotschafter für ein besseres Image des Straßengüterverkehrs ein und bloggt für portatio.


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