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05.08.2016 Danielas Kolumne



Die längste Ladung


Vor einigen Jahren hatte ich die Gelegenheit, mit meinem Mann zusammen, die bisher längste Ladung zu fahren: eine 36 Meter lange und 12 Tonnen schwere Kranbrücke von Essen nach Leipzig. Alles in allem lagen wir bei einer Gesamtlänge von 39 Metern. Wenn man bedenkt, dass ein normaler Sattelzug 16,50 Meter ist, ist schon ´ne Hausnummer, die man nicht mal so eben „gewuppt“ bekommt.
Aber vorher mussten noch aus dem bergischen Land zwei Aufstiege für einen Portalkran geladen und nach Essen gebracht werden; praktischerweise zu der Firma, wo wir auch den Schwertransport laden mussten.

Das war dann auch mein erster großer Kontakt mit zu groß, zu lang und zu schwer. Ich hatte zwar vorher schon durch die Firma meines Mannes, bei der ich als Aushilfe fuhr, mit den Schwertransporten zu tun, so hautnah war mir dann doch neu. Aber im Nachhinein konnte und kann ich mir doch vorstellen, das selbst auf Dauer zu machen.

In Essen angekommen, mussten erstmal die Aufstiege abgeladen werden, bevor wir unter den großen Portalkran konnten, um die 36 Meter zu laden.
Chef und unsere Kollegin waren schon vor Ort, da beide ebenso laden mussten wie wir.
Im Essener Hafen, wo die Firma Teichmann sitzt, geht es zu wie in einem Bienenstock. Obwohl da 50 km/h gelten, wird gefahren, als wenn es kein Morgen mehr geben würde. An das Tempolimit hält sich dort kaum jemand. Und dann muss man von dieser viel befahrenen Hafenstrasse rückwärts auf den Firmenhof. Wenn dort nicht mindestens 2 Mann aufpassen, hat man schneller Bekanntschaft mit einem PKW gemacht, als einem lieb ist. Da wird keine Rücksicht darauf genommen, ob dort LKW rangieren oder irgendwo heraus kommen könnten. Aber da tun sich PKW- und LKW-Fahrer nichts. Selbst die Berufskollegen fahren dort wie die Henker.
Abgeladen waren wir recht schnell und somit konnten wir dann als erster LKW von vieren ab zum Laden. Da wir frühzeitig in der Nacht wieder los mussten, sollten wir als erstes beladen werden.

Lustig fing es dann an, als mein Mann den Auflieger auseinanderzog, ich dahinter stand und nicht schlecht staunte. Von „normalen“ 17 Metern auf 30 Meter. Meine Frage „Hört der auch irgendwann mal wieder auf?“ wurde mit einem Lachen beantwortet. Ich mein, ich kenn ja die Teleauflieger, aber es ist schon was anderes, wenn man „nur“ dahinter steht, wenn er „wächst“.

Da ich meine Kamera extra dafür mit eingepackt hatte, kam irgendwann das Unvermeidliche: der komplette LKW passte nicht mehr auf´s Bild….naja….wenigstens nicht aus meiner „Bodenperspektive“.  Also musste ich mir was anderes suchen. Gefunden hab ich dann ein Teil eines Gittermastkranes, auf den ich klettern konnte. Ein Affe wäre neidisch geworden.



Nachdem alles vorbereitet war, konnte die Beladung losgehen.
Mit einem Portalkran wurde die Kranbrücke langsam und vorsichtig auf den LKW und den darauf befindlichen Kanthölzern zwecks Unterlegung bugsiert. Das war gar nicht so einfach, wie man immer denkt, nix mit mal eben „hoch und drauf“. Durch die Länge und diverser Anbauteile, wie die ganzen Kabel und einige Führungsschienen, musste sie zentimetergenau auf den Kanthölzern platziert werden. Das war ein ziemliches Geduldsspiel, denn durch die verschiedenen Teile an der Brücke, war das Gewicht nicht wirklich gleichmäßig verteilt. Aber nach viel tricksen, testen und Rennerei lag das riesige Teil dann doch endlich sicher auf dem LKW.



Nun hieß es nur noch: sichern! Denn für abends 21 Uhr hatte sich die Polizei angemeldet, um den Transport abzunehmen und uns bis zur Autobahn zu begleiten. Und die sollten nicht wirklich etwas finden, dass den Transport verzögern könnte. Und dass die Polizei bei so einem Transport recht penibel ist, das kann man sich sicher vorstellen.
Alle Mann packten mit an und schnell war die Ladung ordentlich gesichert. Nochmal ein kurzer Blick, ob alles festgezurrt und unbeschädigt war und der Feierabend konnte kommen.

Nach getaner Arbeit riefen dann auch unsere Betten. Denn nachts um 22 Uhr sollte die Fahrt losgehen und bis dahin hatten wir noch grad etwas über 10 Stunden. Duschen, essen, schlafen um für die Nacht wieder fit zu sein.

Wieso ein Brautauto uns durch eine Engstelle leitete und die Polizei uns gleich mit 2 Autos beehrte, erzähle ich in meinem nächsten Beitrag. :-)

Eure Daniela





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