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01.03.2017 - Autor: Jochen Dieckmann  - Aus der Branche



Havariekommissar hilft bei Transportschäden


Havariekommissare (englisch: Surveyor) sind Sachverständige für Transport- und Güterschäden. Ihr Einsatz ist gefragt, wenn Ladung bei einem Unfall beschädigt wurde oder wenn ein Transportschaden bei oder nach dem Ausladen von Seiten des Empfängers angemeldet wird.Zu viele Zwiebeln in einem Bigbag bringen diesen zum Platzen, da kann der Fahrer gar nichts dafür.

Karl A. Selig arbeitet seit 29 Jahren als Havariekommissar und gibt seit einigen Jahren Fortbildungen für Kollegen und angehende Havariekommissare. Er unterhält Büros in Nürnberg und Bad Pyrmont. Wir befragten ihn zum Berufsbild, seinem Arbeitsalltag und einigen Fallbeispielen.

portatio: Was ist die Aufgabe eines Havariekommissars?

Selig: Er stellt fest, ob Transportschäden vorliegen sowie deren Höhe. Die zweite Aufgabe besteht darin, bei LKW-Unfällen sicherzustellen, dass die Ladung ordnungsgemäß geborgen wird. Er ist sozusagen der verlängerte Arm des Frachtführers vor Ort und muss darauf achten, dass von der Ware nichts verschwindet, dass bei der Bergung nicht noch mehr kaputtgeht, dass sie schnell von der Autobahn wegkommt, fachgerecht zwischengelagert und dann weitergeleitet wird.

portatio: Wie wird man Havariekommissar?

Selig: Sowohl Havariekommissar als auch der englische Begriff Surveyor ist eine ungeschützte Berufsbezeichnung, jeder kann sich beim Gewerbeamt dafür anmelden. Aber in der Regel sollte man schon aus den Bereichen Sachverständiger oder Transport und Logistik kommen, um das nötige Knowhow zu haben.

portatio: Und Sie bilden auch Havariekommissare aus?

Selig: Ausbilden darf ich sie ja nicht, weil es ja kein Ausbildungsberuf ist. Ich gebe mein in 29 Jahren Berufserfahrung gewonnenes Wissen weiter. Ich sage ihnen, worauf es ankommt, wie sie an Informationen kommen und welche Informationen ihr Auftraggeber benötigt.

portatio: Wenn ein voll beladener LKW verunfallt, wird dann nicht sowieso die ganze Ladung abgeschrieben?

Selig: Nein, absolut nicht. Zum Beispiel bei Frischfleisch: Da kann man oft 70-80 Prozent, manchmal sogar 100 Prozent der Ladung retten.

portatio: Begutachten Sie auch den Schaden am jeweiligen Fahrzeug und die Schuldfrage?

Selig: Der Schaden am Fahrzeug interessiert mich in dem Moment nicht. Und die Schuldfrage interessiert mich nur insoweit, ob eine falsche Beladung ursächlich war für den Unfall oder dass die Ladungssicherung unzureichend war. Dann hält man das natürlich mit fest, aber über die Schuldfrage entscheiden Polizei und Gericht, nicht der Havariekommissar.

portatio: Aber bei Transportschäden geht es doch um die Schuldfrage, oder?

Selig: Natürlich guckt man dann auch darauf, wer hat etwas verbockt, etwas verkehrt gemacht oder wer hat etwas unterlassen.

portatio: Naja, das ist doch Eure wichtigste Frage: Wer zahlt den Schaden?

Selig: Nein. Wer den Schaden bezahlt, entscheiden wir nicht. Wir stellen nur die Fakten fest, auf deren Grundlage dann andere über die Schuldfrage entscheiden. Wir schreiben also keine Schuld zu, sondern wir schreiben nur, wer was gemacht hat und wer etwas hätte machen müssen.

portatio: Arbeitet Ihr so, dass das Ergebnis tendenziell im Interesse der Auftraggeber liegt?

Selig: Nein. Unsere Arbeit ist neutral. Wir legen größten Wert auf Neutralität.

portatio: Hat diese neutrale Arbeit schon Fahrern und Transportunternehmern aus der Patsche helfen können? Der Reflex bei einem Transportschaden ist ja, zu sagen, der Fahrer sei schuld gewesen.

Selig: Das stimmt. 80 Prozent aller Transportschäden sind Schäden, die aufgrund von falscher Planung passieren. Wenn man feststellen kann, dass der Fahrer alles richtig gemacht und alle Vorschriften eingehalten hat, dann muss jemand anders schuld sein.

portatio: Können Sie das bitte mal an einem Beispiel erläutern?

Selig: Fleisch wurde als Tiefkühlware abgeholt bei drei Ladestellen und kommt nach drei Tagen beim Kunden verdorben an. Da konnten wir feststellen, dass die Ware nicht beim Transport kaputt ging, also weil zum Beispiel der Fahrer das Kühlaggregat falsch eingestellt hatte, sondern dass sie zu warm war, als sie verladen wurde. Das kann man feststellen anhand der Temperaturunterschiede, der Transportdauer und wenn man sich davon überzeugt hat, dass das Kühlaggregat in Ordnung ist.

portatio: Wenn ich nun mit dem LKW an der Entladestelle stehe, und die sagen, die Ware ist kaputt, die nehmen wir Dir nicht ab, Du hast sie kaputt gehen lassen…

Selig: Das kommt oft vor…

portatio: Was mache ich dann? Fahre ich nach Hause und warte darauf, dass die Versicherung Sie benachrichtigt?

Selig: Das Beste wäre, wenn man mich dann sofort anruft (Ausnahme: Bagatellschäden). Denn dann kann ich sofort losfahren, bin innerhalb von 1-2 Stunden vor Ort und kann mir das ansehen. Wenn mich erst die Versicherung anruft und ich mich erst 2-3 Tage später einschalte, brauche ich eine Kristallkugel.

portatio: Können Sie dann gar nicht mehr untersuchen?

Selig: Doch, selbst dann kann man anhand der Angaben, die man von den Beteiligten bekommt, noch viele Schlüsse ziehen. Aber besser ist es natürlich, wenn ich mir den Schaden zum frühestmöglichen Zeitpunkt selber ansehen kann.

portatio: Wenn der Transportschaden schon vorliegt, wird eine Versicherung das bezahlen, es ist nur noch nicht klar, welche. Wenn ich Sie jetzt anrufe, dann kriege ich aber in jedem Fall die Rechnung für Ihre Arbeit, da habe ich doch in jedem Fall das Risiko, auf höheren Kosten hängenzubleiben.

Selig: Das kann passieren. Aber oft reicht vorab ein Anruf bei der Versicherung, sei es vom Chef oder auch von mir selbst. Wenn die Schuldfrage unklar ist, werden die Versicherungen selbst ein Interesse daran haben, das zu klären und die Kosten möglichst niedrig zu halten (oder beim Verursacher Regress zu nehmen). Daher sagen sie oftmals bereits im Vorfeld zu, die Kosten für meine Tätigkeit zu übernehmen.

portatio: Wie finde ich einen Havariekommissar?

Selig: Auf der Internetseite des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherer gibt es eine Liste aller Havariekommissare.

Auch auf den Internetseiten der großen Versicherer gibt es solche Listen. Oder man ruft einfach bei mir an.

Wenn es für mich zu weit entfernt ist, kann ich einen Kollegen vor Ort einschalten. Durch meine Seminare und meine lange Tätigkeit habe ich genug Kontakte. Wir bearbeiten sogar Transportschäden in Rumänien.

portatio: Was mache ich denn, wenn mir im Ausland solch ein Transportschaden unterkommt? Nehmen wir mal ein Beispiel: Ich stehe irgendwo in Frankreich an der Rampe und der Kunde will mir die Ware nicht abnehmen, weil er sagt, ich hätte sie kaputt gehen lassen. Ich spreche die Landessprache nicht und wüsste auch nicht, wo ich einen französischen Havariekommissar ausfindig machen sollte.

Selig: Wenn Ihnen gar nichts anderes einfällt, einfach bei mir anrufen und ich helfe dann weiter. Ich würde dann einen französischen Kollegen in der Region verständigen und Euch zusammenbringen. Havariekommissare gibt es weltweit und wir sind so gut vernetzt, dass ich Dir überall jemand finden könnte. Egal ob Weißrussland, Albanien oder Kirgisien. Mancherorts dauert es dann halt etwas länger, bis jemand kommt.

portatio: Und was ist, wenn der umgekehrte Fall eintritt? Wenn also in Deutschland ein rumänischer oder polnischer Fahrer an einer Rampe steht, der kein Deutsch spricht und solche Hilfe braucht?

Selig: Denen kann ich auch helfen. Wenn mich so jemand anruft, müsste ich nur die jeweilige Sprache erkennen und dann sollte er vielleicht wenigstens noch das Stichwort „Transportschaden“ sagen können, dann kann ich ihn in kürzester Zeit in seiner Muttersprache zurückrufen lassen.

portatio: Würden Sie Fahrern also raten, im Fall eines strittigen Transportschadens generell einen Havariekommissar hinzuzuziehen?

 Selig: Ich rate ihnen zumindest, ihren Disponenten oder Chef dazu zu überreden. Dazu ein Beispiel: Als in Erfurt vor vielen Jahren ein Gebäude der thüringischen Landesregierung gebaut wurde, hatte ein Lkw-Fahrer auf einen Havariekommissar bestanden. Wegen der damals noch so schlechten Straßen habe ich 5 Stunden bis nach Erfurt gebraucht. Die Ladung des Lkw bestand aus einem Luftkanal aus Edelstahl, der oben auf die Tiefgarage gesetzt werden sollte. Das Teil war deutlich stark verkratzt und das hatte der Empfänger als Transportschaden beanstandet. Der Fahrer hat sich hartnäckig geweigert, das Teil abladen zu lassen vor meiner Begutachtung, und das war damals auch das einzig Richtige, was er tun konnte. Denn die Kratzer waren entstanden, weil die Verlader die Röhre falsch gesichert hatten, nämlich nur in einer Richtung. Es war also eindeutig ein Fehler der Verlader und nicht des Fahrers. Wäre der Fahrer den Anweisungen der Bauarbeiter gefolgt und hätte das Teil abladen lassen, um dann gleich weiterzufahren, dann hätte ihm das später niemand geglaubt. So konnte der Schaden doch noch dem Richtigen zugewiesen werden. Solche Fälle gibt es leider oft. Heute könnte er natürlich Fotos von der Ladungssicherung machen, damals war das noch nicht so einfach.

portatio: Wenn der Schaden nicht so groß ist, dass es sich lohnt, einen Havariekommissar hinzuzuziehen oder wenn Chef und Dispo das nicht wollen, was können Sie Fahrern dann noch raten?

Selig: Wenn Ihr einen Schaden habt und Ihr holt keinen Havariekommissar, dann schreibt wenigstens genau auf den Lieferschein, was passiert ist und bei welcher Palette genau. Nicht einfach schreiben „Ein Packstück runtergefallen, kaputt“, denn da kann zwei Tage später niemand mehr etwas mit anfangen. Besser ist es, genau zu beschreiben, um welches Packstück es sich handelt, was genau daran kaputt ist und wie hoch der Schadensumfang ist. Und am besten noch ein Bild machen, sei es auch ein Handy-Foto.

portatio: Gibt es auch den Fall, dass eine ganze Ladung abgeschrieben werden soll und Sie können noch einen Teil davon retten, weil gar nicht alles kaputt ist?

Selig: Ja, das ist fast unser täglich Brot. Die meisten Leute denken, Transportschaden ist gleich „neu machen“. Und da gibt es viele Beispiele, wo man eine Ladung teilweise retten kann. Oder auch komplett, wenn man belegen kann, dass gar kein Transportschaden vorliegt oder der Transportschaden gar nicht relevant ist für die Ware. Beispiel: Wir hatten eine Ladung aus fünf Paletten Metallhülsen für einen großen Maschinenbauer, die waren bei der Umladung von der Rampe gefallen. Und man hatte die Ware dann nicht mal auf Beschädigungen kontrolliert, sondern sie gleich in die Ecke gestellt und gesagt, Totalschaden. Ich kam erst nach 13 Monaten dorthin zur Begutachtung, konnte dabei aber feststellen, dass die Hülsen so starkwandig waren, dass sie durch den Absturz überhaupt nicht beschädigt werden konnten. Die 18.000 Euro Transportschaden konnten dem Spediteur so erspart werden.

portatio: Was war der teuerste Schaden, den Sie begutachten sollten?

Selig: Mich ruft eine Firma an und sagt, sie hätten einen Transportschaden in Höhe von 40 Millionen Euro. Am Schluss hat sich dann herausgestellt, dass der Schaden letztlich aus ganzen 3000 Euro bestand. Da ging es um eine große Maschinenanlage, die ins Ausland gehen sollte und zwischengelagert war. Eigentlich war sie nur äußerlich ein wenig verschmutzt. Der Auftraggeber wollte dem Spediteur nun 40 Millionen in Rechnung stellen und ich musste ihm sagen, dass das so nicht funktioniert.

portatio: Eine letzte, aber sehr wichtige Frage zum Abschluss: Sind Sie denn rund um die Uhr erreichbar?

Selig: Ja, das gehört bei diesem Beruf dazu. Wenn an Heiligabend etwas passiert um 20 Uhr und ich habe gerade das Geschenk in der Hand für meine Frau, dann lege ich das Geschenk auf die Seite und gehe zu meinem Schaden.




Jochen Dieckmann 

Der gelernte Journalist hat viele Jahre als internationaler Fernfahrer gearbeitet und über seine Erfahrungen das Buch „Geschlafen wird am Monatsende“ geschrieben. Heute setzt sich Jochen für ein besseres Image des Straßengüterverkehrs ein und bloggt für portatio.


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