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24.04.2017 - Autor: Daniela Kampschulte  - Danielas Kolumne



Bewerbungen und komische Antworten


Da ja meine die Firma, für die ich tätig war, Insolvenz angemeldet hat und sie es nun auch nicht mehr gibt, musste ich mich um einen neuen Job bemühen.

Auswahl an Stellen gibt es bei weitem genug. Mittlerweile ist es ja so, dass sich die Fahrer eine Stelle aussuchen können, nicht mehr die Firmen den Fahrer.

Also hab ich mich an die Arbeit gemacht.

Das Schreiben an sich war nicht so schwer, Vorlagen hatte ich noch. Klar, etwas aktualisieren musste ich sie. Dazu alle Zeugnisse, Bescheinigungen, Arbeitszeugnisse und Co kopieren und schon konnten die ersten Umschläge auf die Reise gehen.

Parallel sind auch einige per Email, weil von den Firmen so gewünscht, verschickt worden.

Nun hieß es warten auf Antworten. Einige kamen auch von einigen recht zügig. Andere wiederum wurden gar nicht beantwortet, weder bekam ich meine Unterlagen wieder, noch kam auf Emails eine Antwort.

Aber was ich speziell  auf 2 Bewerbungen, einmal per elektronischer Antwort und einmal am Telefon zu hören bekam, hat mir doch die Sprache verschlagen. Und ich bin selten mundtot zu bekommen. ;-)

Chef Nr. 1 schrieb per Email:

Zitat: „....Aber Ihre Lohnvorstellung sollten Sie nochmals überdenken!“

Bitte was? 2500 Euro (plus Spesen) im nationalen Fernverkehr sind diesem Unternehmer zu viel? Mein erster Gedanke war: der macht einen Scherz! Aber nein, das war sein voller Erst. Meine Antwort darauf wurde jedenfalls nicht beantwortet.

Chef Nr. 2 hatte ich am Telefon. Auch hier nationaler Fernverkehr.

Auf seine Frage bezüglich meiner Lohnvorstellungen bekam ich zur Antwort, dass er die 2500 Euro plus Spesen nicht zahlen könne. Ich habe ihn auf meine Qualifikationen und Zusatzausbildungen, ersichtlich für ihn aus meiner Bewerbung, hingewiesen und ihm deutlich erklärt, dass ich anhand dieser Qualifikationen „mein Geld wert sei“. Dass er mir eventuell widersprechen würde, damit hatte ich gerechnet, aber die Antwort, die dann kam, darauf war ich nicht gefasst.

Zitat: „Eine Spedition, die einen Fahrer sucht, interessiert keine Qualifikationen. Die sollen fahren!“

Da war ich echt von den Socken! Wie kommt man auf sowas? Für mich unverständlich.

Dann wiederum bekam ich bei einem Vorstellungsgespräch gesagt, dass dieses Unternehmen noch nie eine solch gute Bewerbung bekommen habe. Und das wiederum bestätigt mich in meiner Mühe bezüglich meiner Bewerbungen.

Naja, und das Gute daran: ab April geht’s für mich dann auch wieder los, bei genau dieser Firma, die so begeistert von meiner Bewerbung war. Aber diesmal komplett etwas anderes. Mein Job bleibt auch weiterhin Berufskraftfahrerin, aber halt anders. Lasst Euch überraschen. Ich werde auf jeden Fall berichten.

Aber was diese beiden Chefs dort „vom Stapel gelassen“ haben, ist für jeden Bewerber ein Schlag ins Gesicht.

Wir Kraftfahrer sind keine Sklaven. Wie machen einen harten, stressigen und entbehrungsreichen Job. Wir sind die ganze Woche unterwegs und arbeiten für die Firma. Und dafür haben wir ein Recht auf eine ordentliche Entlohnung.

In diesem Sinne

Daniela




Daniela Kampschulte 

Ich bin Daniela, Berufskraftfahrerin und Kraftverkehrsmeisterin aus Attendorn im schönen Sauerland.
In meiner Kolumne hier auf portatio, schreibe ich über alles rund um meinen Job und allem, was damit zu tun hat! Witziges darf da natürlich nicht fehlen.
Besucht mich auch auf meinem privaten Blog.


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