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12.09.2017 - Autor: Jochen Dieckmann  - Aus der Branche



Frankreich: Umweltzonen und mehr


In den französischen Städten Paris, Lyon, Lille, Grenoble und Strasbourg ist seit diesem Sommer eine Umweltplakette vorgeschrieben, auf Französisch „Crit'Air“.

Betroffen sind alle Straßenfahrzeuge: Zwei-, Drei- und Vierräder, Pkw, Nutzfahrzeuge, Lkw sowie Busse. Wie in Deutschland ist diese Plakette in bestimmten Innenstadtbereichen vorgeschrieben, nicht jedoch, wenn man auf der Autobahn durch diese Städte bzw. an diesen Städten vorbeifährt. Bis 2020 werden weitere Städte hinzukommen und die Vignettenpflicht einführen: Avignon, Arras, Annemasse, Bordeaux, Cannes, Clermont-Ferrand, Champlan, Côte Basque-Adour, Dunkerque, Dijon, Epernay Faucigny, Glières, Le Havre, Montpellier, Reims, Rouen, Saint-Etienne, Saint Maur-des-Fossés, Toulouse und Vallée de la Marne. Die Vignette ist für alle Städte gültig. Sie muss via Internet bestellt werden. Es empfiehlt sich die Bestellung 2 Wochen vor Fahrtantritt. Dazu ist eine Kreditkarte erforderlich. Es gibt dafür kommerzielle Anbieter, aber davon ist abzuraten. Denn bei denen kostet die Vignette zwischen 20 und 30 Euro. Wesentlich günstiger ist es, die Vignette auf der offiziellen Seite zu bestellen: www.certificat-air.gouv.fr

Das geht auf Französisch, Englisch, Spanisch, Italienisch und Deutsch. Dort gibt es auch alle weiteren Informationen zur „Crit'Air“. Die Vignette kostet 3,70 plus 1 Euro Versand, solange dieser innerhalb der EU erfolgt, sonst knapp 1 Euro mehr. Sie muss von innen rechts unten an die Windschutzscheibe geklebt werden. Die Strafe, die denjenigen droht, die ohne Plakette in die Umweltzonen fahren, ist für französische Verhältnisse relativ moderat: Etwa 70 Euro für Pkw, für Lkw die üblichen 135 Euro. Achtung: Zusätzlich zur Geldstrafe droht Autofahrern, die ihr Fahrzeug ohne Plakette in einer Umweltzone abstellen, dass Ihr Fahrzeug abgeschleppt wird. Das kann die Angelegenheit natürlich erheblich verteuern.

Übrigens: Selbstverständlich gilt die deutsche Umweltvignette nicht ersatzweise in Frankreich. Egal aus welchem Land man kommt, braucht man in Frankreich die französische Vignette. Umgekehrt reicht die französcieh Vigentte natürlich ebenfalls NICHT als Ersatz, wenn man in deutschen Städten in eine Umweltzone fährt, da braucht man die deutsche Plakette.

Jegliche Ablenkung ist verboten

Bei der Gelegenheit sei auf weitere neue Regelungen hingewiesen, deren Einhaltung mittlerweile flächendeckend kontrolliert wird. Bei Verstößen gibt es in Frankreich empfindliche Geldstrafen.

Fahrern (egal ob im Pkw oder Lkw) ist jegliche Ablenkung untersagt. So dürfen sie beispielsweise nicht Trinken oder Essen während der Fahrt, das kann sonst teuer werden. Rauchen dürfen sie nur dann, wenn sie dadurch nicht abgelenkt sind. Sobald Kinder im Fahrzeug sind, darf darin niemand rauchen. Telefonieren ist nur mit einer Freisprechanlage gestattet. Telefonieren mit Headset oder dem Knopf im Ohr ist verboten, das gilt auch für Radfahrer.

Hinweise für Zweiradfahrer

Wer mit dem Motorrad nach Frankreich fährt, braucht zertifizierte, reflektierende Schutzkleidung sowie feste Handschuhe. Achtung: Die neu eingeführte Handschuhpflicht gilt auch für den Beifahrer. Den Gendarmen auf dem Motorrad im Hemd mit kurzen Ärmeln, wie man ihn aus alten französischen Spielfilmen kennt, gibt es selbst an den heißesten Sommertagen nicht mehr.

Kinder unter 12 Jahren müssen beim Radfahren einen Helm tragen, egal ob sie selbst fahren oder nur mitfahren.




Jochen Dieckmann 

Der gelernte Journalist hat viele Jahre als internationaler Fernfahrer gearbeitet und über seine Erfahrungen das Buch „Geschlafen wird am Monatsende“ geschrieben. Heute setzt sich Jochen für ein besseres Image des Straßengüterverkehrs ein und bloggt für portatio.


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