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14.11.2013 - Autor: Jochen Dieckmann  - Straßenverkehr



Tempo 30 wird 30


Heute vor genau 30 Jahren wurde in Buxtehude das erste Verkehrsschild „Tempo-30-Zone“ aufgestellt. Anfangs war es allerdings eines der am besten ignorierten Verkehrsschilder. Daher hat man in den folgenden Jahren das Verkehrsschild unterstützen müssen durch flankierende Baumaßnahmen wie Poller, Buckel und PKW-Parkplätze, die andere Verkehrsteilnehmer zum Slalom zwingen. Erfahrungen haben gezeigt, dass nur durch diese Ergänzungen die Einhaltung durchgesetzt werden konnte. Sonst fahren die Leute (auch) dort oft zu schnell, selbst die Anwohner.

Tempo 30

Leider gibt es in der offiziellen Unfallstatistik keine Angaben dazu, ob oder in wie weit diese 30er-Zonen Unfälle verhüten. Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen dies jedoch.

Der Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV) rät allen Kommunen, "Tempo-30-Zonen nur dann einzurichten, wenn auch das Geld für eine entsprechende Umgestaltung zur Verfügung steht".

Meine Meinung dazu: Es ist traurig, dass der Appell an die Vernunft der Autofahrer nur wenig Wirkung zeigt. Selbst die täglichen Nachrichten über Tote und Verletzte im Straßenverkehr scheinen einigen Verkehrsteilnehmern nicht Grund genug zu sein, angepasst zu fahren. Sogar Autos, in denen man hinten kleine Kinder sitzen sieht, fahren nicht selten halsbrecherisch durch „verkehrsberuhigte“ Wohnviertel. Die wenigen Radarkontrollen reichen offensichtlich auch nicht aus.

Gut, dass Stadt- und Verkehrsplaner mittlerweile viele Lösungen gefunden haben, durch Baumaßnahmen die Fahrer zur „Zwangsvernünftigung“ zu zwingen. Die Erhöhung der Strafen für zu schnelles Fahren in diesen Zonen würde ebenfalls folgenlos bleiben, solange auch bei der Polizei immer mehr gespart wird und sie die Einhaltung der Verkehrsregeln kaum noch kontrollieren und sanktionieren können.

Im Abspann zu seinem samstäglichen Fahrbericht schloss das WDR Radio früher mit einem Satz, den zwar jeder kennt, aber nicht jeder beherzigt. Man sollte ihn heute noch täglich mehrmals auf allen Kanälen abspielen:

Fahren Sie bitte vorsichtig. Immer!




Jochen Dieckmann 

Der gelernte Journalist hat viele Jahre als internationaler Fernfahrer gearbeitet und über seine Erfahrungen das Buch „Geschlafen wird am Monatsende“ geschrieben. Heute setzt sich Jochen als Teil der Transportbotschafter für ein besseres Image des Straßengüterverkehrs ein und bloggt für portatio

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