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24.06.2014 - Autor: Ben Mikka Buchner  - Technik



Gastbeitrag: Die Staubremse





Das Schild fliegt vorbei „9% Gefälle“. Der Retarder liegt auf Anschlag, die Tachonadel steigt, die Ladung drückt. Das Zucken im Bremsfuß wird immer größer. Zeit für die Motorbremse - einer weiteren verschleißfreien Bremse, neben dem bereits thematisierten Retarder.

Jeder Verbrennungsmotor braucht Kraft, um sich zu bewegen. Schaltet man im Standgas die Verbrauchsanzeige an, sieht man, dass ein LKW-Motor im Stand etwa 3 Liter Diesel pro Stunde braucht, um in Bewegung zu bleiben. Ist der Motor hingegen eingekuppelt, bezieht er seine Energie nicht mehr aus dem Diesel sondern aus der Bewegung des Fahrzeugs, mit anderen Worten: Der LKW bremst ab.

Oftmals reicht die natürliche Bremsleistung des Motors nicht aus, um den LKW mit einer akzeptablen Geschwindigkeit den Berg herunter zu bringen, deswegen wurde schon früh eine Motorstaubremse eingeführt.

Die Staubremse staut den Abgasstrom mit einer Auspuffklappe, also einer Drosselklappe, in der Abgasleitung. Dadurch, dass der Motor weiterhin Abgase produziert, wird der Druck in der Abgasleitung immer höher, der Motor hat es also schwerer das verbrauchte Gemisch aus dem Zylinder zu drücken, dadurch wird das Fahrzeug abgebremst.

Wird die Drehzahl erhöht, erhöht sich auch die Bremswirkung durch die Staubremse. Dabei darf man jedoch auch nicht vergessen, dass man, um die Drehzahl zu erhöhen, einen Gang herunterschalten muss, dadurch verkürzt sich auch die Übersetzung. Das heißt die Bremswirkung des Motors selbst wird nicht nur höher, sondern die Übersetzung mit der die Kraft auf die Räder wirkt, wird kürzer, die Bremswirkung wird also noch größer. Herunterschalten hilft also in doppelter Weise.

Eine Motorbremse hat weitaus weniger Leistung als ein moderner Retarder, trotzdem sollte die Motorbremse möglichst oft benutzt und am besten sogar auf das Bremspedal vorgeschaltet werden.

Doch auch hier muss, ähnlich wie beim Retarder, Acht darauf gegeben werden, dass die Räder der Hinterachse durch die Bremswirkung nicht anfangen zu rutschen. Gerade auf Eis und Schnee sollten Retarder und Motorbremse mit Vorsicht genossen werden.

Foto: Wikipedia / Panoha, CC BY-SA 3.0




Ben Mikka Buchner 

Der Schüler ist seit seinem dritten Lebensjahr als Beifahrer auf den Fahrzeugen der familieneigenen Spedition unterwegs. Entsprechend früh fand er sein Interesse an der Bedienung der Sattelzüge. Besonders interessiert den Technik-Fan die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.

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