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29.01.2016 - Autor: Jochen Dieckmann  - Straßenverkehr



Richtig anschnallen im Winter: Jacke aus!


Neben der Frage, OB man sich anschnallt, ist es aber genauso wichtig, WIE man das macht und da gibt es bis heute weit verbreitete Wissenslücken. Die machen sich besonders im Winter bemerkbar.

Gurt

Zum Glück muss man den allermeisten Autofahrern nicht mehr die Notwendigkeit des Anschnallens erklären, denn fast alle wissen, dass Fahren ohne Gurt dumm und selbstmörderisch ist. Auch der Airbag ist kein Ersatz, er wird im Gegenteil ohne Gurt zur tödlichen Falle.

Leider ist unter den LKW-Fahrern der Anteil der Gurtmuffel noch höher, da manche meinen, das würde sowieso nichts bringen. Das ist natürlich Unfug. Selbst bei einem krassen Stauende-Unfall hat man in einer modernen Fahrerkabine eine Überlebenschance, aber nur mit Gurt.

Neben der Frage, OB man sich anschnallt, ist es aber genauso wichtig, WIE man das macht und da gibt es bis heute weit verbreitete Wissenslücken. Die machen sich besonders im Winter bemerkbar, denn kaum jemand zieht seine oder ihre dicke Winterjacke vor dem Anschnallen aus. Wenn man das aber nicht macht, besteht erheblich größere Verletzungsgefahr. Denn dann liegt der Gurt nicht so eng an, wie er es eigentlich müsste, um die optimale Sicherheit zu gewährleisten.

Auch mit leichter Kleidung im Sommer sollten alle darauf achten, dass der untere Gurt richtig anliegt. Nicht auf der Gürtelschnalle und eigentlich auch besser nicht darüber, sondern darunter. Allerdings geht das bei Leuten mit dickem Bauch kaum, weil da zu wenig Platz ist. Aber in jedem Fall sollte der untere Gurt möglichst tief sitzen und vor allem auf Spannung. Daher sollte man vor dem Losfahren den Gurt noch mal nachspannen, bei teuren Autos geht das sogar automatisch. Denn sonst ist der Weg zwischen dem Körper und dem Gurt zu lang, was das Risiko innerer Verletzungen durch den Gurt erhöht.

Außerdem stellt sich der Laie oftmals vor, dass man bei einem Aufprall mit dem Oberkörper in den Gurt fällt. Aber wenn der Gurt nicht richtig sitzt, besteht die Gefahr, dass man nach unten rausrutscht.

Wenn man nun eine dicke Winterjacke oder gar einen Wintermantel trägt, liegt der Gurt nicht mehr direkt am Körper an. Bei einem Aufprall legt man 10-30 cm zurück bevor man im Gurt hängt und das ist gefährlich. Außerdem liegt der untere Gurt meistens viel zu hoch, was bei einem Aufprall die Gefahr innerer Verletzungen erhöht sowie das Risiko, nach unten rauszurutschen.

Bei einem Mantel geht das zwar kaum, aber bei einer Jacke kann man das Risiko verringern, indem man sie öffnet und die unteren Enden über den Gurt legt. Experten raten aber, die Jacke oder den Mantel vor dem Losfahren ganz auszuziehen. Denn zum einen hat man ja auch oben eine Polsterung und einen entsprechend längeren Weg zum Gurt und zum zweiten versperrt ein dicker Kragen oftmals die volle Sicht auf den Toten Winkel beim Schulterblick.

Auch kleinen Kindern sollte man die Winterjacke ausziehen, bevor man sie im Kindersitz anschnallt. Man kann die Jacke ja nach dem Anschnallen wieder über dem Kind ausbreiten.

Moderne Autos sind in wenigen Minuten auf ihrer Betriebstemperatur. Wenn 5 Minuten frieren einem lange verletzungsbedingte Krankenhausaufenthalte ersparen können, sollte man diese minimale Einbuße an Komfort in Kauf nehmen. Allerdings sollte man nicht das Auto bei bereits laufendem Motor von Schnee und Eis befreien, damit es drinnen schneller warm wird. Denn um selbst diesen minimalen Komfortgewinn zu haben, würde man zahlreiche Anwohner mit vermeidbarem Lärm und Gestank belästigen.




Jochen Dieckmann 

Der gelernte Journalist hat viele Jahre als internationaler Fernfahrer gearbeitet und über seine Erfahrungen das Buch „Geschlafen wird am Monatsende“ geschrieben. Heute setzt sich Jochen als Teil der Transportbotschafter für ein besseres Image des Straßengüterverkehrs ein und bloggt für portatio.

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