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16.03.2017 - Autor: Jochen Dieckmann  - Aus der Branche



Übersicht zur LKW-Maut in Europa


Hinsichtlich der europäischen LKW-Maut muss man leider feststellen, dass wir im Jahr 2017 noch die Kleinstaaterei haben.

Verkehrszeichen LKW Maut

Lediglich die Niederlande, Dänemark und Luxemburg haben sich mit der sogenannten Eurovignette auf ein Verbundsystem geeinigt. Jeder andere Mitgliedsstaat hat seine eigenen Regeln. Die einen verkaufen Vignetten, die anderen schreiben eine Go-Box vor. Belgien (Viapass) und Deutschland (Toll Collect) haben die kompliziertesten Mautregeln. Die On-Board-Units (OBUs) für diese Länder müssen vorab genau auf den Lkw konfiguriert werden, Verstöße und Versäumnisse kommen einen teuer zu stehen. In Deutschland kann man stattdessen jede einzelne Fahrt an einem Terminal buchen, dazu muss man aber Deutsch, Englisch, Französisch oder Polnisch können, denn das geht nur in diesen Sprachen. Das ist überraschend angesichts der wenigen französischen und britischen und der vielen rumänischen, türkischen und tschechischen Lkw, die auf deutschen Autobahnen unterwegs sind.

Die europäische Kleinstaaterei in Sachen Lkw-Maut hat für Fahrer zwei ärgerliche Begleiterscheinungen. Zum einen müssen sie trotz Zollfreiheit und gemeinsamen Binnenmarktes vor oder an Grenzen anhalten, um die Maut zu zahlen, eine Vignette zu kaufen oder eine Go-Box zu besorgen. Und zweitens müssen diejenigen, die viel in Europa unterwegs sind, zahlreiche Boxen an ihre Windschutzscheibe kleben. Das beeinträchtigt die Sicht und damit die Verkehrssicherheit. Doch eine europäische Einigung ist nicht in Sicht. Es gibt lediglich zwei löbliche Ausnahmen: Mit der UTA-Multibox kann man nicht nur Spanien, Portugal und Frankreich abdecken sondern jetzt auch Belgien – muss das aber vorab anmelden. Und mit der deutschen OBU kann man sich auch anmelden zur Erfassung der österreichischen Maut – umgekehrt geht das leider nicht.

Unsere Aufstellung über die unterschiedlichen Lkw-Mautsysteme in Europa ist eine Momentaufnahme. Sollte es Änderungen geben, bitten wir um eine Nachricht an Portatio, damit wir die Liste immer auf dem aktuellen Stand halten können.




Jochen Dieckmann 

Der gelernte Journalist hat viele Jahre als internationaler Fernfahrer gearbeitet und über seine Erfahrungen das Buch „Geschlafen wird am Monatsende“ geschrieben. Heute setzt sich Jochen für ein besseres Image des Straßengüterverkehrs ein und bloggt für portatio.

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