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01.08.2017 - Autor: Jochen Dieckmann  - Aus der Branche



Winterreifenpflicht für Lkw ausgeweitet


Zum 1. Juni 2017 trat eine Gesetzesänderung in Kraft, die besagt, dass die Winterreifenpflicht für Lkw ausgeweitet wurde.

Die neue Bestimmung schreibt vor, dass Nutzfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse über 3,5 t (im Amtsdeutsch: Klassen M2 und M3 sowie N2 und N3) bei winterlichen Verhältnissen nicht nur – wie bisher - auf der Antriebsachse mit Winterreifen ausgerüstet sein müssen, sondern zudem auf den „vorderen Lenkachsen“.

Dennoch können sich alle erstmal entspannt zurücklehnen, denn das Gesetz trat zwar jetzt in Kraft, es gilt aber erst ab dem Winter 2020/2021.

Eine weitere Änderung gilt sogar erst ab dem Jahr 2024: Dann dürfen auf den Antriebs- und Lenkachsen bei winterlichen Verhältnissen keine M+S-Reifen mehr verwendet werden, sondern nur noch welche mit dem Symbol der drei Bergspitzen und der Schneeflocke (Three-Peak-Mountain-Snowflake-Symbol, 3PMSF).

Die langen Fristen wurden eingeräumt, damit Industrie, Handel und Transportunternehmen genügend Zeit gelassen wird, sich darauf einzustellen. Bis 2024 dürfen noch M+S-Reifen verwendet werden, allerdings nur solche, die bis Ende 2017 hergestellt wurden.

Allerdings sind auch die Reifen mit den Bergspitzen und der Schneeflocke – genau wie die M+S-Reifen - keine wirklichen Winterreifen, sondern eher ein Kompromiss: Sie können ganzjährig genutzt werden. Wer im Winter nach Norwegen fährt, sollte sich hingegen echte Winterreifen zulegen. Die ermöglichen bei Schnee und Glatteis einen viel besseren Grip, wie auch dieser Test belegt. Wenn man mit denen wiederum in Gefilde fährt, wo es wärmer ist als 6 Grad, müsste man gleich die Reifen wechseln. Denn die weicheren „echten“ Winterreifen nutzen dann sehr viel schneller ab und lassen das Fahrzeug sehr viel unruhiger laufen. Die Ganzjahresreifen hingegen bringen deutlich weniger Rollwiderstand und mehr Laufleistung.

Im Zuge der Umstellung auf die neuen vorgeschriebenen Reifen bei winterlichen Verhältnissen werden viele Transportunternehmer in den nächsten Jahren nicht nur die vorgeschriebenen Achsen mit diesen Reifen versehen, sondern auch die Achsen am Auflieger. Denn deren Anschaffung wird in Deutschland mit Mitteln aus dem de-minimis-Programm gefördert.




Jochen Dieckmann 

Der gelernte Journalist hat viele Jahre als internationaler Fernfahrer gearbeitet und über seine Erfahrungen das Buch „Geschlafen wird am Monatsende“ geschrieben. Heute setzt sich Jochen für ein besseres Image des Straßengüterverkehrs ein und bloggt für portatio.

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