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26.09.2017 - Autor: Daniela Kampschulte  - Danielas Kolumne



Der „tiefer-härter-breiter-Angeber“ oder „Wie Frau einen Möchtegern vorführt“


Ein Erlebnis aus meiner Anfangszeit als Lkw-Fahrerin werde ich wohl nie vergessen. Es ging um einen Halbstarken, der meinte, dass Frauen im Auto nix verloren hätten und ja sowieso nicht fahren könnten.

MAN Anhängerzug

Männer wären ja sowieso die Besten! Da ich so eine dumme Aussage nicht auf mir sitzen lassen konnte, habe ich ihm ganz frech einen Deal vorgeschlagen:

„Hör mal zu Kurzer, am kommenden Samstag treffen wir beide uns im Industriegebiet.

Jeder bringt sein Auto mit und dann schauen wir zwei Hübschen mal, wer was kann. OK?“ Er war sich seiner Sache soooo sicher, dass er darauf sofort eingestiegen ist.

Gesagt getan. Der Samstag sollte kommen und wir uns „messen“. Naja, ich sollte vielleicht dazu sagen, dass ich nicht vorhatte, mit meinem PKW dort hin zu fahren.

Der Samstag kam also und ich bin mit meinem LKW zum verabredeten Treffpunkt gefahren. Und Frau ist ja nicht doof…kam ein paar Minuten später. Ich wollte ja schließlich so richtig die Aufmerksamkeit auf mich ziehen.

Als ich drauf zu rollte, konnte ich schon meinen „Gegner“ sehen. Er hatte, so siegessiecher, wie er war, seiner ganzen Clique gleich mitgebracht und sein Auto auch extra gewaschen! Sollte mir Recht sein. So würde ich nur noch mehr Spaß haben!

Ich bin also langsam auf die Gruppe zu gefahren und wollte mich neben den Halbstarken mit seinem aufgemotzten Golf stellen.

Die Gruppe schaute mal eben kurz rüber und auch schon wieder weg. Der LKW war ja uninteressant, schließlich warteten sie ja auf eine „blöde Frau“, die sich mit einem Mann messen wollte. Das war dann wiederum deren Pech!

 Ich habe meinen LKW ganz korrekt neben den Golf geparkt. Die Clique kam auf mich zu, hatten mich aber noch nicht erkannt. Gerade als sie dem Fahrer des LKW (mir) mitteilen wollten, dass der doch bitte wegfahren sollte, habe ich die Tür aufgemacht und bin langsam ausgestiegen!

Das Gesicht meines „Gegners“ war einfach göttlich! Ich habe noch nie so schnell Gesichtszüge entgleisen sehen, wie bei ihm! Und seine Möchtegernkollegen erstmal! Das war einfach genial!

 Ich habe mich dann demonstrativ vor seinen Golf gestellt, diesen angeschaut, meinen LKW angeschaut, dann zu ihm hin und gesagt:

„Hör mal Kleene, wolltest Du mir nicht zeigen, wie Mann richtig Auto fährt? Womit willste dat denn machen? Doch wohl nicht mit Deiner komischen VW-Schüssel hier oder? Wo haste denn dat Autochen, mit dem Du es mir zeigen willst?“

Und hab mich dabei umgeschaut!

„Das da ist ein ordentliches Auto“, meinte ich auf meinen LKW zeigend, „nicht so eine kleine Gurke wie Deiner!“

Der Blick, der dann von ihm kam…wenn Blicke töten könnten…ich wäre da regelrecht hingerichtet worden! Seine Kollegen lagen fast alle vor Lachen am Boden!

Wutentbrannt ist er dann in seinen kleinen VW gestiegen und mit quietschenden Reifen davongefahren!

Seine Gefolgsleute sind noch ein wenig geblieben und wir haben uns ganz nett unterhalten.

Naja…und gelacht haben wir über meinen Streich auch UND vor allem über den kleinen Möchtegern. Die fanden es gut, dass eine Frau mal gezeigt hat, was sie drauf hat und sich von Angebern NICHT runter putzen lässt!

 Ich glaube, mein „Gegner“ wird ab da zweimal überlegen, ob er einer Frau gegenüber nochmal so ne dicke Lippe riskiert! Könnte ja sein, dass sie ihn auch vorführt!

 Und die Moral von der Geschicht? „Reize niemals eine Frau mit nem LKW nicht!“




Daniela Kampschulte 
Ich bin Daniela, Berufskraftfahrerin und Kraftverkehrsmeisterin aus Attendorn im schönen Sauerland. In meiner Kolumne hier auf portatio, schreibe ich über alles rund um meinen Job und allem, was damit zu tun hat! Witziges darf da natürlich nicht fehlen.Besucht mich auch auf meinem privaten Blog.
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