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14.12.2017 - Autor: Daniela Kampschulte  - Danielas Kolumne



Egoismus, Ignoranz und Verantwortungslosigkeit


Auf dem Weg zur Arbeit musste ich zum einen mal wieder live erleben, wie ignorant manche Verkehrsteilnehmer sind, und zum anderen, wie verantwortungslos eine Mutter sein kann.

Gegen Rücksichtslosigkeit

Folgendes Szenario:

Das zweite Auto vor mir, ein Corsa, fuhr schon eine Weile Zickzack, unsicher und schwankend zwischen 40 und 60 km/h bei erlaubten 70.

Der Pkw zwischen uns (ein Kia) schien gar nichts mitzubekommen und erhöhte nicht einmal den Sicherheitsabstand zum Vorausfahrenden, sondern blieb (zu) dicht dran.

Auf einmal machte der Corsa einen Schlenker nach rechts ins Bankett, schoss dort einen Leitpfosten 3 Meter ins Gebüsch und fuhr völlig hektisch bis zur nächsten Haltemöglichkeit (ca. 300 Meter weiter).

Der Kia bremste noch nicht mal, machte nur einen Schlenker um den Corsa herum und suchte das Weite. Fast wäre er dem Corsa noch hinten drauf gehämmert.

Ich habe hinter dem Corsa angehalten und bin zur Fahrertür. Die Fahrerin kam mir kreidebleich entgegen, der Schreck noch sichtbar in den Knochen.

Nachdem ich eine beruhigende Antwort bekam, dass alles ok sei, habe ich ihr mitgeteilt, was sie einige hundert Meter vorher verursacht hatte. Die Beschädigung des Leitpfostens hatte sie selbst gar nicht mitbekommen.

Bei dem Rundgang um ihr Auto sah man dann recht schnell den Einschlag des Leitpfostens. Ich forderte sie auf, umgehend die Polizei zu rufen wegen des Unfalls.

Beim Blick ins Auto musste ich zu meinem Erschrecken feststellen, dass auf dem Beifahrersitz ein etwas fünfjähriges Mädchen auf einem Kindersitz saß, aber nicht angeschnallt war. Da hatte ich schlagartig Puls und wurde stinksauer.

Als dann die Mutter noch erzählte, dass die Kleine sie abgelenkt hätte, musste ich ihr mal von Mutter zu Mutter die Meinung geigen.

Völlig überrascht von meiner Standpauke konnte sie nur noch stottern und peinlich berührt zu Boden schauen. Als ich ihr sagte, dass sie ihre Tochter durch eine solch verantwortungslose Aktion (nicht angeschnallt, Beifahrer-Airbag nicht deaktiviert) töten könne, war sie komplett ruhig. Ich glaube, da hat es klick gemacht.

Ich habe dann darauf bestanden, dass die Kleine mitsamt Kindersitz nach hinten auf den Rücksitz kam und ordnungsgemäß angeschnallt wurde. Die Mama bedankte sich nochmal und entschuldigte sich mehrfach für ihr Verhalten und ich bin weiter zur Arbeit gefahren. Aber nicht ohne mir vorher das Kennzeichen und kurze Notizen über den Vorfall aufzuschreiben.

Was mich erschreckt:

Da hat jemand einen Unfall, wenn hier auch nur ein minimaler, und man fährt einfach weiter, ohne Hilfe zu leisten oder wenigstens mal nachzufragen. Für mich unfassbar!

Leider habe ich mir das Nummernschild des Kia nicht gemerkt, vielleicht hätte man ihn zur Verantwortung ziehen können.

Und dann ist da eine Mutter, die gedankenlos ihr Kind ohne Gurt im Auto mitnimmt.

Was geht in den Köpfen dieser Menschen vor? Sind wir schon so abgestumpft und auf das eigene Ego bezogen, dass uns andere völlig am Allerwertesten vorbeigehen?

Ehrlich, das ist mir eine Nummer zu hoch!




Daniela Kampschulte 
Ich bin Daniela, Berufskraftfahrerin und Kraftverkehrsmeisterin aus Attendorn im schönen Sauerland. In meiner Kolumne hier auf portatio, schreibe ich über alles rund um meinen Job und allem, was damit zu tun hat! Witziges darf da natürlich nicht fehlen.Besucht mich auch auf meinem privaten Blog.
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