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22.04.2015 - Autor: Ben Mikka Buchner   - Technik



Der Spurhalteassistent


Spurhalteassistent VW Golf

Jeder Fahrer spürt, dass sich die Anforderungen an Mensch und Maschine in den letzten Jahrzehnten gewandelt haben. Vor 40 Jahren lagen die Herausforderungen des Berufs noch bei der Bedienung und Pflege des Fahrzeugs. Starke Kupplungsbeine und gefühlvolle Schaltarme waren gefragt, wenn es in hügelige Gefilde ging. Genügsamkeit bezüglich des Platzes in der Kabine und eine gute Portion Lärmtoleranz waren im Fernverkehr von absoluter Wichtigkeit.

Mit steigendem Fortschritt der Technik wird das Fahren in einigen Aspekten teilautomatisiert. Dem Fahrer werden Prozesse abgenommen, die ihm vom Fahrgeschehen ablenken könnten. Teilweise verliert man auch das Gefühl mit einem Fahrzeug einer Größe eines kleinen Hauses mit 90 km/h über die Autobahn zu donnern. In Kombination mit langen Arbeitszeiten entstehen so immer wieder Unfälle, bei denen der Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer schwer verletzt werden. Eines der Systeme, das zu einem Sicherheitsgewinn führen soll, ist der Abstandsregeltempomat. Er verfügt zwar über die Autorität das Gas und Bremspedal zu beeinflussen, nicht aber die seitliche Bewegung des Fahrzeugs.

Der Spurhalteassistent besteht aus mehreren Instanzen. Jede einzelne soll dazu beitragen, ein ungewolltes Verlassen der eigenen Fahrspur zu vermeiden.

Durch eine Kamera in der Frontscheibe werden die Fahrspuren erkannt und der Abstand des Fahrzeugs zu ihnen wird ermittelt. Bei einigen Systemen wird die Frontkamera zusätzlich durch ein Infrarotsystem unterstützt. Die Daten werden mittels eines Computers ausgewertet und mehrere Parameter werden errechnet. Neudeutsch heißt das dann „Distance to Line Crossing“ und „Time to Line Crossing“, als Werte, die aussagen wann und wo das Fahrzeug bei aktuellem Fahrwege die Markierung überfahren würde. Ausgehend von diesen Daten wird ein akustisches Signal auf der Seite ausgesandt, auf welcher die Linie überfahren wird. In Fahrerkreisen wird das „Brummbär“ genannt. Der Brummbär wird bei einigen Systemen noch durch ein rüttelndes Lenkrad bzw. einen rüttelnden Sitz ergänzt.

Die zweite Stufe des Systems liegt in einer fahrerunterstützenden Lenkung, die schon in vielen Pkw der Oberklasse zu finden ist. Sie reguliert den Gegendruck des Lenkrads, um das Fahrzeug durch subtiles Feedback an den Fahrer in der Mitte der Fahrspur zu halten. Nimmt man die Hand allerdings für längere Zeit vom Lenkrad, schaltet das System komplett ab. Dadurch gibt der Fahrer seine aktive Position nicht auf.

Die Endstufe des Systems liegt in der Komplettautomatisierung des Fahrzeugs. Unter Versuchsbedingungen ist es bereits möglich, Fahrzeuge komplett autonom fahren zu lassen. Sie folgen den Markierungen auf Autobahnen und halten durch den Tempomaten entweder eine vorgegebene Geschwindigkeit bzw. den Abstand zum Vordermann.


Fotonachweis: Wikipedia, Author: Rafael Kloepper, Lizent: CC BY-SA 3.0




Ben Mikka Buchner  

Der Schüler ist seit seinem dritten Lebensjahr als Beifahrer auf den Fahrzeugen der familieneigenen Spedition unterwegs. Entsprechend früh fand er sein Interesse an der Bedienung der Sattelzüge. Besonders interessiert den Technik-Fan die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.


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